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Vom Dolmetschen als soziale Praktik in mehrsprachigen Gesellschaften

Univ.-Prof. Dr. Şebnem Bahadır-Berzig,
Institut für Translationswissenschaft, Universität Graz

Montag, 9. Mai 2022
19.00 Uhr, Aula der Universität Graz
, Hauptgebäude (1.Stock), Universitätsplatz 3, 8010 Graz
[Lageplan der Universität Graz] sowie per Live-Übertragung in den Regionen



>> Info-Blatt zum Vortrag (PDF)
>> Covid-19-Infoblatt für den Vortrag (PDF)


Zum Vortrag: Das Dolmetschen ist eine Tätigkeit, die die Kommunikation zwischen Menschen ohne gemeinsame Verständigungssprache ermöglicht. Seitdem Menschen aus unterschiedlichen Sprach- und Kulturräumen in Kontakt miteinander treten, wird gedolmetscht. Die meisten Gesellschaften sind mehrsprachig, ob bedingt durch einheimi-sche anderssprachige Bevölkerungen oder durch die Einwanderung von Menschen aus anderen Kulturen. Die Bandbreite an Sprachmittler*innen reicht von professionellen Konferenzdolmetscher*innen in Wirtschaft, Politik und Diplomatie bis zu Migrantenkindern, die für ihre Familien dolmetschen und diese Tätigkeit als eine ‚natürliche‘ Hilfeleistung durchführen. Besonders herausfordernde Einsatzfelder sind das Dolmetschen in der Psychotherapie oder im Asylbereich. Auch auf Lesungen von nichtdeutschsprachigen Autor*innen wird gedolmetscht. Zudem gibt es verschiedene Arten des Dolmetschens: Es wird nicht nur zwischen den sogenannten Lautsprachen gedolmetscht, wie z.B. Arabisch und Deutsch, sondern auch zwischen der Gebärdensprache der Gehörlosencommunity einer Kultur und der(den) Lautsprache(n) in einem Land. In diesem Vortrag wird der Fokus auf das Dolmetschen als zeitweise sichtbare, oft aber kaum wahrgenommene soziale Praktik gelegt und mit einem Plädoyer für eine bessere Wahrnehmung der als selbstverständlich angesehenen Dolmetschakteur*innen in mehrsprachigen Gesellschaften verknüpft.


Zur Person: Şebnem Bahadır-Berzig ist Dipl.-Übersetzerin und Dolmetscherin für die Sprachen Türkisch, Deutsch, Englisch und Französisch. Seit Ende 2020 ist sie Professorin für Translationswissenschaft am Forschungsschwerpunkt Translation, Migration und Minderheiten des Instituts für Translationswissenschaft der Universität Graz. Zuvor lehrte und forschte sie in Deutschland und in der Türkei, an Universitäten, nichtakademischen Ausbildungsstätten und NGOs im Migrationskontext. In ihrer Forschung konzentriert sie sich auf die kritische Betrachtung der Wechselbeziehungen zwischen Sprach- und Kulturmittler*innen und anderen gesellschaftlichen und politischen Akteur*innen im Kontext von Migration. In letzter Zeit hat sich das Erforschen der Auswirkungen von Digitalisierung und Technologisierung auf die Arbeit von Dolmetscher*innen zu einem weiteren Forschungsschwerpunkt für sie entwickelt. Leitend für ihren Forschungsansatz sind Gesellschaftsrelevanz und interdisziplinäre Kooperationen.

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