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Der tote Körper als Ressource? Was der Umgang mit dem Leichnam im Mittelalter über unsere Gegenwart verrät

Prof. Dr. Romedio Schmitz-Esser, Historisches Seminar, Universität Heidelberg, Deutschland

 

 

Bitte beachten: Dieser Vortrag wurde aufgezeichnet und ist ab sofort in der Onlinevideothek kosten- und anmeldefrei abrufbar.

 

 

Zum Vortrag:

Spricht man im Alltag über die Verstorbenen, so wird in der modernen Gesellschaft oftmals nur wenig über den Leichnam nachgedacht; es scheint fast so, als sei dieser nur ein Randphänomen, das in der familiären Erinnerungskultur kaum eine wichtige Rolle spielt. Doch zugleich befinden wir uns in einer Zeit, in der die Bestattungsart immer stärker individualisiert wird; und insbesondere im medizinischen Bereich ist der tote Körper eine wertvolle Ressource, wie etwa die anhaltende Diskussion über die richtige Form der Organspende zeigt. In der Populärkultur haben neue naturwissenschaftliche Möglichkeiten der Untersuchung dazu geführt, dass insbesondere die gerichtsmedizinische und archäologische Beschäftigung mit den sterblichen Überresten von Menschen erneut in den Fokus gerückt ist. Hier setzt der Vortrag an, indem er die historischen und archäologischen Quellen für den Umgang mit dem Leichnam für das europäische Mittelalter vorstellt und herausarbeitet, worin die Grundlagen unseres modernen Zugangs zum toten Körper, aber auch unserer aktuellen Diskussionen über ihn bestehen.


Zur Person:

Romedio Schmitz-Esser studierte an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck Geschichte und Kunstgeschichte, wo er 2005 mit einer Arbeit zur Rezeptionsgeschichte Arnolds von Brescia promoviert wurde. Von 2005-2008 wirkte er als Stadthistoriker der Stadt Hall in Tirol, bevor er an die Ludwig-Maximilians-Universität München wechselte. Hier wurde er nach mehreren Auslandsaufenthalten (u.a. an der Duke University, NC/USA) habilitiert; seine Arbeit „Der Leichnam im Mittelalter: Einbalsamierung, Verbrennung und die kulturelle Konstruktion des toten Körpers“ erschien 2014 in erster Auflage im Thorbecke-Verlag. Von 2014-2016 leitete Schmitz-Esser als Direktor das Deutsche Studienzentrum in Venedig, von 2017-2020 war er Professor für Allgemeine Geschichte des Mittelalters und Historische Hilfswissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz. Seit Oktober 2020 ist er als Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Heidelberg tätig.

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