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Onlinevideothek - Studienjahr 2018/19

Vorträge zum Leitthema „Schöne neue Welt!? Wie Wissenschaft und Technik unsere Zukunft sehen" (2. Zyklus)

Die Wissenschaften liefern laufend neue Erkenntnisse und Befunde über die Welt, in der wir leben. Gleichzeitig sind wir heute auch mit den negativen Folgen einer auf Forschung basierenden, technisch-industriellen Entwicklung konfrontiert (z.B. Umweltprobleme). Es braucht daher ein Nachdenken über Zukunft im Sinne von Alternativen zum Heute. In verschiedenen Forschungsbereichen gibt es vielversprechende Projekte und Lösungsansätze für drängende gesellschaftliche Probleme. Diese Konzepte bedürfen jedoch einer breiten gesellschaftlichen Diskussion, damit das, was „möglich“ ist, auch von der Gesellschaft mitgetragen werden kann.

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Aufzeichnung der Montagsakademie vom 15.10.2018

Die Suche nach dem Glück: Zukunftsvisionen im Werk Michel Houellebecqs
Univ.-Prof. Dr. Steffen Schneider,
Institut für Romanistik, Universität Graz

Michel Houellebecq gehört seit über zwanzig Jahren zu den bekanntesten und erfolgreichsten Autoren Frankreichs. In seinen Romanen, die meistens in der nahen oder fernen Zukunft spielen, stellt er immer wieder diese Frage: Warum ist der Mensch unglücklich? Gibt es Möglichkeiten, ein dauerhaftes Glück zu erreichen? In seinen literarischen Zukunftsvisionen spielt er in Gedanken durch, ob die Glücksversprechungen der Wirtschaft (Tourismus), der Wissenschaft (Genetik) oder auch der Religion (Islam) in der Lage sind, den Menschen nachhaltig von seinem Leid zu befreien. Der Vortrag untersucht, was der Autor unter Glück versteht und diskutiert seine Lösungsvorschläge, dabei wird auch sein Dialog mit den Wissenschaften berücksichtigt.

Aufzeichnung der Montagsakademie vom 29.10.2018

Wie alltagstauglich sind Sozialutopien in Zeiten globaler Erosionskrisen?
Apl. Prof. Dr. Christine Morgenroth-Negt, Institut für Soziologie, Leibniz Universität Hannover

Zahlreiche Gewissheiten sind brüchig geworden. Durch schwächer werdende soziale Normen verlieren wir Altes, können aber noch nicht verlässlich Neues gewinnen. Ich werde in meinem Vortrag den Charakter solcher Entwicklungen kennzeichnen und seine Folgen für die davon betroffenen Menschen erläutern. Die Menschen haben sich zu keinem Zeitpunkt der Geschichte verbieten lassen, über die bessere Gestaltung ihres Lebens nachzudenken. In der Langzeitperspektive zeigt sich häufig, dass der Realitätsgehalt von Traumphantasien die pragmatisch gesetzten Wirklichkeitsgrenzen überschreitet. Sozialutopien geben die Veränderungsrichtung an. An vielen gesellschaftlichen Krisenfeldern – Verteilung des Reichtums, Migrationsbewegungen und Geschlechterverhältnisse – besteht solcher Handlungsbedarf. Sozialutopien geben notwendige Orientierungshilfe. Hier besteht Entwicklungsbedarf!

Aufzeichnung der Montagsakademie vom 12.11.2018

Warum Krieg? Überlegungen zu Krieg und Gewalt aus kultursoziologischer Perspektive
Assoz. Prof. Mag. Dr.rer.soc.oec. Sabine Haring-Mosbacher, Institut für Soziologie, Universität Graz

Dieser Beitrag betrachtet „Gewalt“ und „Krieg“ aus einer kultursoziologischen Perspektive und folgt dabei folgender thematischer Gliederung: Zunächst werden kurz die unterschiedlichen Bedeutungselemente und Anwendungsebenen des Begriffs der „Gewalt“ vorgestellt. Mit Hilfe von Heinrich Popitz’ Analyse der vier anthropologischen Grundformen von Macht und dessen „engem“ Verständnis von „Gewalt“ als „Aktionsmacht“ sowie anhand der von Peter Imbusch formulierten sieben Fragen rund um den Gewaltbegriff („wer“, „was“, „wie“, „wem“, „worum“, „wozu“, „weshalb“) wird das Spektrum unterschiedlicher Gewaltverständnisse skizziert und damit korrespondierende kultursoziologische Perspektiven herausgearbeitet. Anschließend wird das Verhältnis von Moderne und Gewalt unter Bezugnahme exemplarischer Autoren diskutiert und Kriege als spezifische Formen kollektiver Gewaltausübung im Hinblick auf einige mögliche kultursoziologische Fragestellungen behandelt.

Aufzeichnung der Montagsakademie vom 03.12.2018

Kategorie Geschlecht – über Frauen, Männer und das dritte Geschlecht
Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr.phil. Anita Ziegerhofer, Institut für Rechtswissenschaftliche Grundlagen, Universität Graz

Bis in das Zeitalter der Aufklärung ging die Gesellschaft davon aus, dass es nur ein Geschlecht geben könne: den Mann. Im Zuge der Aufklärung und der Errungenschaften von (Medizin-)Wissenschaft erkannte man, dass es neben dem Mann ein zweites Geschlecht gäbe: die Frau. Bis in die Gegenwart hinein verfestigte sich in der Gesellschaft weltweit das Zweigeschlechtermodell, obwohl man bereits seit der Jahrhundertwende davon Kenntnis hatte, dass es auch ein drittes Geschlecht geben könnte. Dieses ist nun in Österreich als solches anerkannt. In dem Vortrag wird es darum gehen, die Rechtsgeschichte von dem Ein-Geschlecht-Modell zum Zweigeschlechtermodell, wie Thomas Laqueur es benannte, bis hin zum Dritten Geschlecht darzustellen mit allen Brüchen, Kontinuitäten und Ausblicken.

Aufzeichnung der Montagsakademie vom 14.01.2019

Wie kann das Steuersystem der Zukunft aussehen?
Univ.-Prof. Dipl.-Kfm. Dr.rer.pol. Rainer Niemann, Institut für Unternehmensrechnung und Steuerlehre, Universität Graz

Das Steuersystem wird von vielen Steuerpflichtigen als kompliziert und ungerecht, die Abgabenbelastung insgesamt als zu hoch empfunden. Die Einkommensbesteuerung belastet Arbeitseinkommen und wirkt daher beschäftigungsfeindlich. Durch Digitalisierung entstehen neue Geschäftsmodelle, deren Erträge schwierig zu besteuern sind. Steuervermeidung durch multinationale Unternehmen bedroht das Steueraufkommen von Hochsteuerländern wie Österreich. Hochentwickelte Länder benötigen aber ein hinreichendes Steueraufkommen zur Finanzierung ihres Sozialstaates und anderer staatlicher Aufgaben. Zur Erzielung des Steueraufkommens sind unterschiedlich intelligente Steuern denkbar. „Gute“ Steuern sind dadurch gekennzeichnet, dass sie individuelle Entscheidungen nicht beeinflussen. Daher ist die derzeitige Art der Besteuerung von Arbeitseinkünften und des privaten Konsums grundsätzlich unproblematisch. Soll die Steuerbelastung von Arbeitseinkünften gesenkt werden, könnte eine erhöhte Grundsteuer dies kompensieren. Bei der Besteuerung von Unternehmen besteht größerer Reformbedarf. Eine Steuersenkung auf Unternehmensebene sollte mit einer erhöhten Besteuerung auf Ebene der Unternehmenseigner einhergehen. Der Klimawandel erfordert eine höhere Besteuerung des Verbrauchs natürlicher Ressourcen.

Aufzeichnung der Montagsakademie vom 28.1.2019

Wie viel Boden brauchen wir? Ein Streifzug durch die bedrohte Wunderwelt der Böden
Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.nat.techn. Walter Wenzel, Institut für Bodenforschung, Universität für Bodenkultur Wien

Die verletzliche oberste Verwitterungsschicht der Kontinentalkruste, der Boden ist Grundlage unseres Lebens und zentraler Bestandteil terrestrischer Ökosysteme. Zugleich sind Böden eine vielen unbekannte Wunderwelt, die verborgene Hälfte unserer Landschaften. Oft farbenfroh im Erscheinungsbild enthalten sie unzählige Lebewesen, die im weit verzweigten Porensystem ihr Habitat finden. Die Bodenfestsubstanz besteht aus einer Vielfalt von Mineralien und der für seine Funktionen wichtigen organischen Substanz (Humus). Der Gasaustausch mit der Atmosphäre spielt eine wesentliche Rolle bei der globalen Erwärmung. Leider sind Böden global massiv von Verschmutzung, Versiegelung, Erosion und anderen Gefährdungen bedroht. Vor diesem Szenario stellt sich die Frage: Wie viel Boden brauchen wir?

Aufzeichnung der Montagsakademie vom 4.3.2019

Utopia Europa? Vorstellung von Europa aus der Sicht der südosteuropäischen Peripherie
Univ.-Prof. Dr.phil. Florian Bieber, Zentrum für Südosteuropastudien, Universität Graz

Was bedeutet Europa heute? Die Krisen der Europäischen Union im vergangenen Jahrzehnt unter den Schlagwörtern Wirtschaft, Euro, Migration, Brexit und Populismus haben die Selbstverständlichkeit des Integrationsprozesses in Frage gestellt. Für die Gesellschaften Südosteuropas war die Europäische Union seit den neunziger Jahren ein wichtiges Orientierungsziel und Vorbild. Mit den Krisen der EU hat die Anziehungskraft Europas jedoch abgenommen. Dies stellt die Frage, wie wichtig die Vorstellung von Europa für den Südosten des Kontinents nach wie vor ist. Der Vortrag beginnt mit der Vorgeschichte, der Idee von Europa, die seit über 200 Jahren ein Vorbild, aber auch für manche ein Gegenmodell darstellt. Europäisierung, die heute oft als Synonym für EU-Integration verstanden wird, hat tiefere historische Wurzeln und umfasst einen komplexeren Austausch von Ideen, Institutionen und kultureller Praxis. Der Blick aus der Peripherie eröffnete so neue Einblicke auf das, was „Europa“ heute ist und wie die Krise der Idee Europa besser verstanden werden kann.

Aufzeichnung der Montagsakademie vom 6.5.2019

Energieregionen der Zukunft – warum Regionen globale Probleme lösen können
Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr.rer.soc.oec. Alfred Posch, Institut für Systemwissenschaften, Innovations- und Nachhaltigkeitsforschung, Universität Graz

Die Auswirkungen des voranschreitenden Klimawandels werden immer sichtbarer. Auch die Gefahren der Kernenergienutzung sind spätestens seit der Nuklearkatastrophe von Fukushima nicht mehr zu leugnen. Daher ist es kaum verwunderlich, dass breiter Konsens über die Notwendigkeit einer „Energiewende“ besteht. Nur warum soll dieser globalen Herausforderung gerade auf regionaler Ebene begegnet werden?

Aufzeichnung der Montagsakademie vom 20.5.2019

50 Jahre Mondlandung – kritischer Rückblick und Ausblick
Univ.-Prof. Dr.phil. Arnold Hanslmeier, Institut für Physik, Universität Graz

Am 20. Juli 1969 landete zum ersten Mal eine bemannte Raumsonde auf dem Mond und der erste Mondspaziergang am 21. Juli dauerte 2 1/2 Stunden. Der technische Aufwand, Menschen in den Weltraum zu senden, ist enorm. Was ist der Nutzen derartiger Unternehmungen? Was bringt uns die Erforschung des Mondes? Können wir Bodenschätze auf dem Mond nutzen? Was werden die nächsten Ziele im Sonnensystem sein?

Aufzeichnung der Montagsakademie vom 3.6.2019

Mehrwert Mehrsprachigkeit. Zum Umgang mit Sprachen in Familien und Schulen
Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr. Georg Gombos,
Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung, Alpen-Adria Universität Klagenfurt

>> Verwendete Literatur im Vortrag (PDF)

Der Umgang mit Mehrsprachigkeit in Familien und Schulen in Österreich lässt sich nicht auf die Forderung nach guten Deutschkenntnissen reduzieren, wiewohl diese sicherlich sehr sinnvoll sind. Der Weg dorthin führt über die Anerkennung der mitgebrachten Sprachen (und damit der Personen) und über einen ressourcen- und potenzialorientierten Zugang in Familien und Schulen. Dabei gilt es mit einigen historisch gewachsenen Mythen zu brechen, die nicht hilfreich sind. Der Vortrag fokussiert auf praktische Beispiele und theoretische Erörterungen von mehrsprachigen Betroffenen, indem auf gesellschaftliche, institutionelle und individuelle Bedingungen, die förderlich oder hinderlich sind, eingegangen wird.

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