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Onlinevideothek - Studienjahr 2019/20

Vorträge zum Leitthema „Wissenschaft und gesellschaftliche Verantwortung: entdecken – forschen – wirken (1. Zyklus)"

Wissenschaft soll Neues finden und unser Wissen über die Welt vermehren. Wissen wirkt jedoch direkt und indirekt in die Gesellschaft hinein und es stellen sich daher Fragen zum ethischen Umgang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. Wissenschaft wird immer wieder auch mit dem Anspruch konfrontiert, konkrete Anwendungen oder Entscheidungsgrundlagen für Politik und Gesellschaft zu liefern. Wie gehen WissenschafterInnen mit den an sie gerichteten Erwartungen und ethischen Fragen um? Wie nehmen sie ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr? Das aktuelle Montagsakademie-Programm beschäftigt sich in einem zweijährigen Zyklus mit diesem Themenfeld.

Hinweis: Durch Anklicken des jeweiligen Bildes öffnet sich das Video.
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Aufzeichnung der Montagsakademie vom 14.10.2019

Vom Bienentanz zur Roboterbiene – gesellschaftsrelevante Bienenforschung der letzten 100 Jahre
Univ.-Prof.i.R. Dr.phil. Karl Crailsheim
, Institut für Biologie, Universität Graz

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Bienen begann schon sehr früh, jedenfalls mit Aristoteles, der sich bereits mit der sozialen Organisation der Bienen beschäftigte. Im Laufe der letzten Jahrtausende wurde die Honigbiene vom genutzten Wildtier zu einem solchen, das sich in der Obhut des Menschen weiterentwickelte und fast den Status eines Haustieres erlangte. Somit ist nahezu jede Beschäftigung mit diesem Tier eine gesellschaftsrelevante, insbesondere wenn man nicht nur die Produkte betrachtet, die jeder/jede mit der Biene in Verbindung bringt (wie Honig und Wachs) sondern auch die Bestäubungsleistung einbezieht, die einen großen Teil der menschlichen Ernährung sicherstellt. Nicht unwesentlich sind auch Strategien, die diese sozialen Insekten entwickelt haben, die nicht nur ihnen selbst nützen, sondern auch vom Menschen für verschiedene Anwendungen genutzt werden können.

Aufzeichnung der Montagsakademie vom 28.10.2019

Von der Handschrift zur Forschungsdatenbank – Wissensarchive im Wandel
Univ.-Prof. Dr.phil. Peter Scherrer, Institut für Antike, Universität Graz

Universitätsbibliotheken haben lange ihre hauptsächliche Rolle als Speicher für Handschriften und Druckwerke für die Forschenden gesehen. Dabei ist/war eine traditionelle Aufsplitterung in eine für die Gesamtheit der Universität zuständige Hauptbibliothek sowie eine Reihe von Fakultäts- und Institutsbibliotheken mit zahlreichen Mehrfachbeständen die Regel. Die Ausgliederung der Universitäten aus der direkten Ministerialbürokratie nach 2002 und der moderne Zugang zur Rolle von Bibliotheken bedingen eine Reihe von substantiellen Änderungen im Selbst- und Fremdbild von Universitätsbibliotheken. Hier ist vorrangig die straffe Einschichtigkeit zu nennen. Beschaffung, Bewahrung und Zurverfügungstellung von Literatur wird außerdem zunehmend eine immer komplexer werdende Mischangelegenheit aus verschiedenen medialen Bereichen, vom Printwesen und Verlagen über verschiedene elektronische Datenträger bis zur digitalen Cloud und universitätseigenen Publikationsservern. Der steigende finanzielle Bedarf für Fachpersonal, Infrastruktur, einschließlich der Speicherplätze auf allen Ebenen, Datenerfassung und Maintenance sowie verschiedene begleitende Maßnahmen erfordern langfristige, aber flexible Planungen. Zukünftig sind Bibliotheken Informationsbeschaffer, -bewahrer und -erzeuger in einem.

Aufzeichnung der Montagsakademie vom 11.11.2019

Gesellschaftliche Verantwortung bei der Arzneimittelentwicklung
Univ.-Prof. Dr.rer.nat. Dr.h.c. Rudolf Bauer, Institut für Pharmazeutische Wissenschaften, Universität Graz

Arzneimittel sind dazu vorgesehen, Menschen bei der Behandlung von Krankheiten zu unterstützen. Sie können aber auch schaden, was schon die Bedeutung des griechischen Wortes Pharmakon ausdrückt, welches sowohl „Arzneimittel“ wie auch „Gift“ bedeutet.
Es ist Aufgabe der Pharmaforschung, Arzneimittel zu entwickeln, die möglichst wenig Nebenwirkungen besitzen und somit wenig Schaden anrichten. Durch die strengen Auflagen bei der Arzneimittelzulassung kommen heute Medikamente erst auf den Markt, wenn deren Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit nachgewiesen sind. Die immer höheren Auflagen führen andererseits dazu, dass die Kosten für die Arzneimittelentwicklung immer höher werden. Um zu verhindern, dass nur noch Arzneimittel für lukrative Indikationsfelder entwickelt werden, wurde das Instrument der „Orphan Drugs“ (Arzneimittel für seltene Leiden) geschaffen.

Aufzeichnung der Montagsakademie vom 25.11.2019

Stadt, Land – alles ist im Fluss: Wie Männer und Frauen Räume wahrnehmen und gestalten
Univ.-Prof. Dr. Anke Strüver, Institut für Geographie und Raumforschung, Universität Graz

Das elfte Nachhaltigkeitsziel der UN besteht darin, Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig zu gestalten. In diesem Vortrag werden die Aspekte inklusiv und sicher sowie soziale Nachhaltigkeit anhand der dominanten Geschlechterverhältnisse sowie der Frage nach räumlicher Gerechtigkeit aufgegriffen.
Ausgangspunkt dafür ist die Feststellung, dass Raumproduktion und -nutzung nicht geschlechtsneutral, sondern gesellschaftlich normiert sind; dies wird anhand traditioneller wie aktueller Formen geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung illustriert. Das Nachhaltigkeitsziel wiederum wird mit Blick auf sozialräumliche Aspekte von Geschlechtergerechtigkeit explizit, denn die vergeschlechtlichte Arbeitsteilung prägt auch raumbezogene Formen der Freizeit, des Wohnens und der Mobilität.

Aufzeichnung der Montagsakademie vom 13.01.2020

Mikrobiomforschung – ein neuer Schlüssel zur Gesundheit?
Univ.-Prof. Dipl.-Biol. Dr.rer.nat. Gabriele Berg, Institut für Umweltbiotechnologie, Technische Universität Graz

Einblicke in die komplexe Struktur und Funktion von Mikrobiomen, die Gemeinschaft aller Mikroorganismen, sind erst seit Kurzem durch die Entwicklung neuer Technologien möglich. Die Vielfalt, Vernetzung und Funktionen der Mikrobiome erwiesen sich als überraschend und vor allem als essenziell für die Gesundheit von Pflanze, Mensch und Ökosystem. Diese neuen Erkenntnisse fordern ein Umdenken in unserem Umgang mit Mikroorganismen, zeigen aber gleichzeitig ein großes Potenzial für die Sicherung der Welternährung und für Gesundheitsfragen.

Aufzeichnung der Montagsakademie vom 27.1.2020

Paragraphen und Rechtswirklichkeit: Wie und wo kann die Rechtswissenschaft von empirischer Forschung profitieren?
Univ.-Prof. Mag. Dr.iur. Brigitta Lurger, LL.M. (Harvard), Institut für Zivilrecht, Ausländisches und Internationales Privatrecht, Universität Graz

Die Adressatinnen vieler rechtlicher Regeln sind Bürgerinnen und Bürger, also Menschen wie Du und ich. Diese Regeln sollen unser Verhalten beeinflussen. Die Rechtswissenschaft kann aber mit ihren eigenen Methoden wenig darüber herausfinden, wie Menschen über ihr Verhalten bestimmen, wie sie Entscheidungen treffen und welche Faktoren sie dabei beeinflussen. Sie braucht dazu andere, vor allem auch empirische Wissenschaften wie die Psychologie, die Ökonomie und die Soziologie. Nicht immer aber passen die Modelle und Konzepte anderer Disziplinen und vor allem die sehr hohen Kosten empirischer Studien auch zu dem, was Juristinnen brauchen und in der Praxis umsetzen können. Der Vortrag erklärt, wie und wo die Rechtswissenschaft trotzdem von empirischer Forschung profitieren kann.

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