HINWEIS: Der ursprünglich für diesen Termin geplante Vortrag „Kunststoff im Meer und im Körper aus Sicht der Theologie“ mit Univ.-Prof. Dipl.-Ing. (FH) Dr. Sibylle Trawöger vom Institut für Systematische Theologie und Liturgiewissenschaft, Universität Graz, musste abgesagt werden. Frau Prof. Trawöger kann aus beruflichen Gründen ihren Vortrag nicht halten.
Aula der Universität Graz, Hauptgebäude (1.Stock), Universitätsplatz 3, 8010 Graz [Lageplan der Uni Graz] sowie
- per Live-Übertragung in den Regionen
- per Live-Übertragung im Internet
Der Live-Stream ist kurz vor Veranstaltungsbeginn (19 Uhr) kosten- und anmeldefrei aufrufbar.
>> Info-Blatt zum Vortrag (PDF)
Die Montagsakademie bietet allgemein verständliche Vorträge aus der Welt der Wissenschaft: frei zugänglich und kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Zum Vortrag: Der Vortrag beleuchtet die Entwicklung von Kulten und Religion in der griechisch-römischen Antike des Mittelmeerraumes. Diese war anfangs geprägt durch den Kult einer fast unüberschaubaren Menge an Spezialgottheiten mit oft nur lokalem oder regionalem Verbreitungsgebiet sowie meist sehr engem funktionalem Wirkungsbereich. Bereits der Dichter Hesiod in seiner „Schöpfungsgeschichte“ (7. Jh. v. Chr.) erklärt deren Verbindung untereinander in einem Dreigenerationensystem. Die griechischen Gottheiten überlagerten ab dem 2. Jh. v. Chr. mit ihrer gedacht anthropomorphen Erscheinung die ursprünglich als unsichtbare Kräfte vorgestellten römischen Gottheiten, sodass es zu einer Angleichung in Erscheinung und Funktion kam. Ab dem 1. Jh. n. Chr., im politisch nunmehr geschlossenen Kulturraum des Imperium Romanum rund um das Mittelmeer trat eine starke Tendenz zur Verschmelzung verschiedener Gottheiten (Synkretismus) und einer Allzuständigkeit dieser neuen Gottesvorstellung (Henotheismus) hervor. Gleichzeitig traten neue Religionen mit starken Jenseitsvorstellungen, vor allem der Mithraskult und das Christentum ihren Siegeszug an. Ihre Ausbreitung wurde auch durch Seuchen, Naturkatastrophen und Kriege begünstigt, bis im späten 4. Jh. das Christentum zur alleinigen Staatsreligion erklärt wurde.
Zur Person: Peter Scherrer, geb. 1958 in Linz, studierte Klassische Archäologie und Alte Geschichte in Wien, war lange am Österreichischen Archäologischen Institut tätig (Ausgrabungen in Ephesos und St. Pölten), habilitierte sich 2005 in Salzburg und ist seit 2008 Professor für Archäologie in Graz (Ausgrabungen in Pheneos und Leonidio in Griechenland und Side in der Türkei). Sein besonderes Interesse gilt einerseits der antiken und mittelalterlichen Stadtentwicklung und andererseits der Religionsgeschichte im Mittelmeer- und Ostalpenraum. Scherrer begründete in Graz 2009 das Universitätsmuseum und erfüllte von 2011-2019 die Funktion des Vizerektors für Forschung, wobei er u.a. die Bildung großer fächer- und fakultätsübergreifender Forschungsverbünde förderte und die Reform der Doktoratsstudien vorantrieb.