Sterben Gläubige leichter? Sterbebilder aus unterschiedlichen Kulturen
- by Dorina Heller
Ao.Univ.-Prof. DDr. Birgit Heller, Institut für Religionswissenschaft, Universität Wien
Montag, 4. November 2013
19.00 Uhr, Aula der Universität Graz, Hauptgebäude (1.Stock), Universitätsplatz 3, 8010 Graz [Lageplan der Universität Graz] sowie per Live-Übertragung in den Regionen
Zum Vortrag:
Spirituelle Modelle für die Bereitung zum Sterben finden sich in religiösen Traditionen quer durch die verschiedenen Kulturen. Die Sterbebilder decken sich nur teilweise mit dem Erleben sterbender Menschen. Der Faktor Glaube kann sich auswirken auf den Umgang mit dem Sterben, mit Angst und Schmerzen und auf die Todesbereitschaft. Glaube bzw. Spiritualität können das Sterben erleichtern. Der Glaube baut Brücken, garantiert aber nicht ihre Tragfähigkeit. Und es gilt auch nicht der Umkehrschluss, dass Menschen, die sich selbst als weder religiös noch spirituell bezeichnen, zwangsläufig schwer sterben müssen. Prinzipiell fragwürdig ist jeder universale Maßstab für das Sterben: Ist leicht/schnell/sanft sterben überhaupt für alle ein erstrebenswertes Ziel?
Zur Person:
Birgit Heller wurde am 20.12.1959 in Salzburg geboren. Sie ist seit 1993 mit Andreas Heller verheiratet und Mutter zweier gemeinsamer Töchter. Nach Studien in Philosophie, katholischer Theologie, Altorientalistik und Indologie in Salzburg und Wien Promotion 1988 in Theologie; in den folgenden Jahren mehrere Studien- und Forschungsaufenthalte in Indien; im Jahr 1998 Habilitation an der Sozial- und Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Hannover (Deutschland) mit einer Studie über die Stellung von Frauen in modernen hinduistischen Bewegungen für das Fach Religionswissenschaft (Dr. phil. habil.). Von 1985 bis 1999 Assistentin am Institut für Religionswissenschaft der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien, seit 1999 dort als Professorin tätig (Schwerpunt vergleichende Religionsforschung); darüber hinaus seit vielen Jahren Konsulentin am Institut Palliative Care und Organisationsethik der IFF-Fakultät der Universität Klagenfurt und Lehrbeauftragte im Masterstudium Palliative Care (Interreligiöse und spirituelle Dimensionen von Palliative Care). Zahlreiche Publikationen (zuletzt: Wie Religionen mit dem Tod umgehen. Grundlagen für die interkulturelle Sterbebegleitung im Lambertus-Verlag) und internationale Vortrags- und Gutachtertätigkeit.