Ende der Freiheit? Zur Kritik eines philosophischen Begriffs durch die Hirnforschung
Montag, 23. Mai 2016
19.00 Uhr, Aula der Universität Graz, Hauptgebäude (1.Stock), Universitätsplatz 3, 8010 Graz [Lageplan der Universität Graz,
Gebäude Nr. 1] sowie per Live-Übertragung in den Regionen
Die Montagsakademie bietet allgemein verständliche Vorträge aus der Welt der Wissenschaft:
frei zugänglich und kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Vortragender: Univ.-Prof. DDr. Reinhold Esterbauer, Institut für Philosophie an der Katholisch-Theologischen Fakultät, Universität Graz
Zum Vortrag:
Wer handelt – ich oder mein Gehirn? Gibt es überhaupt ein freies Ich, oder bestimmt das Gehirn mein Verhalten? Einige Vertreterinnen und Vertreter der Neurowissenschaften gehen davon aus, dass die Willensfreiheit des Menschen eine Selbsttäuschung oder eine kulturell entstandene Illusion sei. In Wirklichkeit „entscheide“ das Gehirn, was jemand tut, aber nicht der einzelne Mensch selbst.
Im Vortrag soll gezeigt werden, wie man zu solchen Äußerungen kommt, die Begriffe wie „Willensfreiheit“ und „Ich“ als veraltet erscheinen lassen. Es wird darum gehen aufzuzeigen, dass solche Positionen Annahmen voraussetzen, die alles andere als selbstverständlich sind. Darüber hinaus sollen Gründe erläutert werden, die für die Freiheit des Menschen sprechen.
Zur Person:
Dr. phil., Dr. theol.; Studium der Philosophie, Pädagogik und der katholischen Theologie in Wien, München und Graz. Professor am Institut für Philosophie an der Katholisch-Theologischen Fakultät.
Schwerpunkte: Religionsphilosophie, Naturphilosophie, philosophische Anthropologie