Warum verunsichert uns das Sterben? Medizinische und moralische Aspekte

by Foto Furgler
Univ.-Prof. DDr. Walter Schaupp, Institut für Moraltheologie, Universität Graz
Montag, 3. November 2014
19.00 Uhr, Aula der Universität Graz, Hauptgebäude (1.Stock), Universitätsplatz 3, 8010 Graz [Lageplan der Universität Graz,
Gebäude Nr. 1] sowie per Live-Übertragung in den Regionen
Die Montagsakademie bietet allgemein verständliche Vorträge aus der Welt der Wissenschaft: frei zugänglich und kostenfrei.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Zum Vortrag:
Biologisch ist der Tod das selbstverständliche und unausweichliche Ende jedes organismischen Lebens, auch des menschlichen. Über Jahrhunderte waren Sterben und Tod in kulturelle Bräuche und religiöse Rituale eingebettet, die Sicherheit gaben. Der Fortschritt der Medizin, der gestiegene Wohlstand und die gewachsenen Möglichkeiten der Selbstbestimmung haben das Sterben paradoxer Weise für den Menschen nicht leichter gemacht, sondern schwieriger. Vielfältige Auseinandersetzungen um Hirntod, Patientenverfügungen, Demenz und um assistierten Suizid zeugen von der Angst des Menschen, einmal keinen „guten Tod“ sterben zu können. Jede eindimensionale Erklärung für dieses Phänomen greift zu kurz. Es sind sehr vielfältige Faktoren, die zu dieser Verunsicherung beitragen. Sie zu verstehen stellt die erste Voraussetzung dafür dar, mit Sterben und Tod angstfreier und souveräner umgehen zu können.
Zur Person:
Univ.-Prof. DDr. Walter Schaupp, Studium der Medizin und der katholischen Theologie in Innsbruck, Wien und Rom. Habilitation im Fach Moraltheologie in Freiburg im Breisgau. Seit 2003 Professor für Moraltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät Graz, Arbeits- und Forschungsschwerpunkt: medizinische Ethik und Bioethik