Selbst- und Fremdbild bei Kindern: zur Entwicklung von Mitgefühl und Lüge
Univ.-Prof. Dr. Barbara Gasteiger-Klicpera, Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaft, Universität Graz
Montag, 7. April 2014
19.00 Uhr, Aula der Universität Graz, Hauptgebäude (1.Stock), Universitätsplatz 3, 8010 Graz [Lageplan der Universität Graz,
Gebäude Nr. 1] sowie per Live-Übertragung in den Regionen
by Foto Furgler
Zum Vortrag:
Wie ist es möglich, dass kleine Kinder, gerade einmal eineinhalb Jahre alt, dazu fähig sind, andere zu trösten, ihnen zu helfen und dass sie dabei nicht wahllos vorgehen, sondern genau wissen, wem sie ihr Vertrauen schenken? Wie entwickelt sich die Fähigkeit des Mitgefühls? Und welche Aspekte haben einen Einfluss darauf?
Die Fähigkeit, mit anderen mitzufühlen, beruht jedoch auf ganz anderen Voraussetzungen als die Fähigkeit, andere zu täuschen. Hat doch eine Lüge nur dann einen Sinn, wenn ich eine sehr präzise Vorstellung davon habe, was der andere weiß. Kinder benötigen also eine „Theorie des Bewusstseins“ anderer Menschen, deren Entwicklung Hand in Hand verläuft mit jener der eigenen Identität, also der Entwicklung eines Bildes von sich selbst und von anderen.
Diese Fragen führen uns zu grundlegenden Fragen des Entstehens von Erkenntnis und Erfahrung bei Kindern, denen im Vortrag nachgegangen werden soll.
Zur Person:
Studium der Psychologie in Wien, Promotion mit Auszeichnung 1995, Charlotte-Bühler-Stipendiatin des FWF, Habilitation 2001, Professuren in München und Weingarten, derzeit Professorin für Integrationspädagogik und Heilpädagogische Psychologie sowie Dekanin der Fakultät für Umwelt-, Regional- und Bildungswissenschaften an der Universität Graz. Forschungs- und Publikationstätigkeit zu folgenden Themen: Entwicklung und Prävention von Leserechtschreib- und Verhaltensschwierigkeiten, Förderung und Evaluation von Inklusion, inklusive Bildung, soziale Partizipation, Evaluation von Sprachförderung im Vorschulalter.
