Vortrag: Wie wir die „Ewigkeitschemikalien“ PFAS in der Umwelt sichtbar machen und was wir gegen diese tun können
Univ.-Prof. Dipl.-Chem. Dr. Jörg Feldmann, PhD, Institut für Chemie, Universität Graz
Montag, 23. November 2026, 19 Uhr
Aula der Universität Graz, Hauptgebäude (1.Stock), Universitätsplatz 3, 8010 Graz [Lageplan der Uni Graz] sowie
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Der Live-Stream ist kurz vor Veranstaltungsbeginn (19 Uhr) kosten- und anmeldefrei aufrufbar >> zur Liveübertragung
>> Info-Blatt zum Vortrag (PDF)
Zum Vortrag:
PFAS werden häufig als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet. Diese große Gruppe industriell hergestellter fluorierter Verbindungen ist in zahlreichen Alltagsprodukten zu finden, etwa in wasser- und schmutzabweisenden Materialien, Verpackungen, technischen Beschichtungen oder Feuerlöschschäumen. Viele PFAS sind äußerst langlebig, können sich über Wasser, Luft und Böden verbreiten und gelangen dadurch auch in Pflanzen, Tiere und den menschlichen Körper. Doch wie lassen sich Stoffe nachweisen? Der Vortrag gibt einen allgemein verständlichen Einblick in die moderne Umweltanalytik und zeigt, wie Forschende PFAS sichtbar machen, ihre Verteilung untersuchen und die noch unbekannten Anteile der Fluorbelastung aufspüren. Anhand aktueller Forschungsbeispiele wird erläutert, wie PFAS in Wasser, Böden, Lebensmitteln und biologischen Proben untersucht werden können. Abschließend wird der Frage nachgegangen, welche Möglichkeiten es gibt, die Freisetzung dieser langlebigen Stoffe zu vermeiden, belastete Stoffströme besser zu erfassen und PFAS aus Wasser und Umwelt zu entfernen oder gezielt zu zerstören.
Jörg Feldmann ist Professor für Analytische Chemie am Institut für Chemie der Uni Graz und leitet dort den Bereich für Spuren- und Elementspeziesanalytik sowie das Institut für Chemie. Zuvor war an der UBC in Kanada und mehr als zwanzig Jahre an der University of Aberdeen in Schottland tätig. Seine preisgekrönte Forschung untersucht, wie chemische Elemente und Schadstoffe in der Umwelt vorkommen, sich verändern und in Organismen aufgenommen werden und so Gesetzgebung initiierte, zum Beispiel die Richtlinien für den maximalen Gehalt an anorganischem Arsen in Reis. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeitsgruppe liegt heuer auf PFAS und anderen fluorierten Verbindungen. Dafür entwickelt und nutzt das Team innovative analytische Verfahren, mit denen nicht nur bekannte Einzelstoffe, sondern auch die gesamte Fluorbelastung, bislang unbekannte Verbindungen sowie fluorhaltige Mikro- und Nanopartikel untersucht werden können. Ziel ist es, analytische „Blindstellen“ zu schließen und damit eine verlässlichere Grundlage für Umweltüberwachung, Risikobewertung und wirksame Gegenmaßnahmen zu schaffen.